Pillen bei ebay! Wie machen die das nicht erwischt zu werden ?

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lerandy
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Pillen bei ebay! Wie machen die das nicht erwischt zu werden ?

Beitrag von lerandy » Mittwoch 14. Februar 2018, 20:30

Hallo,
mich würde mal interessieren, wie die ganzen ebay Pillenhändler bei ebay überleben. Wir wissen ja alle hier, das es keine Kräutertabletten sind, auch die Behörden bzw. ebay sind ja nicht dumm und wissen was da verkauft wird. Manche Verkäufer sind seit Monaten oder Jahren dabei. Inwieweit wird denn sowas geduldet?

LG

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big-mike
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Re: Pillen bei ebay! Wie machen die das?

Beitrag von big-mike » Mittwoch 14. Februar 2018, 22:07

:)
Flocki hat geschrieben:Ich beobachte den Handel von PDE-5-Hemmern in der Bucht jetzt seit September des letzten Jahres, also inzwischen seit fast einem Jahr. Da hat sich tendenziell gar nichts verändert, seit menshelp diese Sache stärker im Visier hat. Auktionen wurden auch vorher schon beendet und Verkäufer sind verschwunden, dafür tauchen dann auch wieder neue auf.

Ich habe keinen tieferen Einblick in die Arbeitsweise von ebay, wenn es um illegale Medikamentenverkäufe geht - aber ich weiß wie da im Bereich Markenrecht/Geschmacksmusterrecht vorgegangen wird. Ebay beendet illegale Verkäufe sehr zeitnah und unkompilziert auf Zuruf, geht aber nicht aktiv selbst gegen Rechtsverletzer vor, auch wenn das technisch sehr leicht möglich wäre.

Ganz offensichtlich ist das hier auch nicht anders. Eine simple Suchroutine könnte schon 90% der Auktionen automatisiert beenden. Wie effektiv ebay an anderer Stelle solche Automatiken einsetzt, weiß jeder, der schon mal versucht hat, per Anfrage an einen Verkäufer Geschäfte außerhalb der Plattform abzuwickeln.

Das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass hier ein paar Auktionsnummern genannt werden. Das Weglassen direkter Links und der Verzicht auf die Nennung von Händlernamen sind als Vorsichtsmaßnahme mehr als ausreichend.

Ebay hat auch gar kein Interesse daran, das aktuelle Vorgehen zu ändern, denn es ist aus deren Sicht der ideale Weg zwischen rechtlicher Absicherung auf der einen und Gewinnmaximierung auf der anderen Seite. Das würde sich IMHO erst dann ändern, wenn der Handel mit PDE-5-Hemmern in die Medien gezerrt würde. Falls also Monitor mal darüber berichtet, brechen andere Zeiten an - aber menshelp ist nicht annähernd bedeutend genug, um irgend eine messbare Wirkung zu erzeugen.


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Re: Pillen bei ebay! Wie machen die das nicht erwischt zu werden ?

Beitrag von big-mike » Donnerstag 15. Februar 2018, 11:25

Habe nochmal etwas gestöbert: ;)
NeverMind hat geschrieben:
Flocki hat geschrieben: Auf Ebay werden ja inzwischen genauso mehr der weniger offen Silden vertickt. Offenbar scheint es weder die Seitenbetreiber noch die Staatsmacht großartig zu interessieren...
Das kann ich noch nachvollziehen, da der Patentschutz für Viagra ausgelaufen ist, aber bei den anderen Wirkstoffen (Levitra, Cialis) kommen Ebay-Händler bisher auch ungeschoren davon - und das ist ja eine ganz andere Nummer. Bisher hat wohl noch niemand solche Angebote gemeldet (ist ja über die Meldefunktion ganz einfach) oder Ebay hat nicht reagiert. Schon komisch, aber so haben Männer ohne Kenntnis über unsere Bezugsquellen eine weitere Möglichkeit der Beschaffung zu halbwegs guten Preisen :?
Flocki hat geschrieben:Der Patentschutz ist aus Sicht der Seitenbetreiber uninteressant. Die Patentverletzung begeht der Anbieter und solange der Seitenbetreiber keine Kenntnis hat, ist das auch keine Beihilfe, denn diese setzt eine vorsätzliche Mitwirkung an einer vorsätzlichen rechtswidrigen Patentverletzung voraus. Und _hat_ der Seitenbetreiber Kenntnis, dann muss er das Angebot ohnehin entfernen - egal ob Silden oder Tadas angeboten werden.

Ich denke, es gibt schlicht nicht genug Denunziaten, die sowas melden - und die Kunden sind ja in der Regel nicht interessiert, ihre Bezugsquelle zum Versiegen zu bringen. Und Ebay sucht vermutlich von sich aus nicht besonders aktiv nach solchen Artikeln, weil sie schließlich auch dafür Provisionen abgreifen.
DerlebendeTod hat geschrieben:
NeverMind hat geschrieben: Mich wundert nur, dass weder die Helfershelfer von Bayer noch Lilly das WWW regelmäßig nach solchen Angeboten durchforsten :?
Glaub mir, dass tun sie. Die haben Rechtsabteilungen die nichts anderes machen. Aber Global gesehen, hast du da als Konzern verloren. Ich möchte nicht wissen wie viele hundertausende Seiten es im WWW gibt, die allein hier gegen geltendes Patent Recht verstoßen. Die sprießen wie Pilze aus dem Boden und sind genauso schnell wieder verschwunden. Und dann hast du noch Grauzonen-Länder wie Indien die nicht an diese Abkommen gebunden sind.

Ich denke die konzentrieren sich auf die wirklich dicken Fische, wo es dann auch was zu holen gibt bzw. wo der Konzernschaden sich auch wirklich in Zahlen bemerkbar macht.
NeverMind hat geschrieben:
DerlebendeTod hat geschrieben: Ich denke die konzentrieren sich auf die wirklich dicken Fische, wo es dann auch was zu holen gibt bzw. wo der Konzernschaden sich auch wirklich in Zahlen bemerkbar macht.


Das ist doch bei Ebay (in Summe, global gesehen) der Fall, da könnte man doch über deren Zentrale fordern, dass solche Angebote nicht online gestellt werden und über entsprechende Strafandrohungen Druck ausüben.
Flocki hat geschrieben:
NeverMind hat geschrieben:Das ist doch bei Ebay (in Summe, global gesehen) der Fall, da könnte man doch über deren Zentrale fordern, dass solche Angebote nicht online gestellt werden und über entsprechende Strafandrohungen Druck ausüben.
Nein, das kannst Du vergessen. Ebay weist bei der Einstellung einer Auktion bzw. in seinen AGB deutlich darauf hin, welche Artikel nicht eingestellt werden dürfen. Und Ebay reagiert auf Zuruf der Rechteinhaber blitzschnell, die Angebote werden innerhalb weniger Minuten entfernt und als Rechteinhaber bekommt man dafür auch einen separaten Zugang, mit dem das relativ einfach geht (jedenfalls war das vor ein paar Jahren so - da habe ich in einer Geschmacksmusterverletungssache für einen Kunden Dutzendweise Auktionen beendet). Ebay rückt zudem auch sämtliche Daten des Anbieters heraus, gegen den man dann (soweit die Daten nicht gefaket sind) vorgehen kann. Zu mehr ist Ebay aber nicht verpflichtet und das wäre auch unverhältnismäßig. Ebay kann nicht jedes Angebot prophylaktisch auf Rechtsverstöße abklopfen.
DerlebendeTod hat geschrieben:Ebay schreibt folgendes:

Kategorie mit hohen Sicherheitsanforderungen:
Da die Abgabe nicht verschreibungspflichtiger Medikamente vom Gesetzgeber eingeschränkt ist und nur über Apotheken erfolgen darf, unterliegt die Unterkategorie "Medikamente von Apothekern" bei eBay speziellen Sicherheitsanforderungen, die streng überwacht werden. Nur wer von eBay zum Handel in dieser Kategorie zugelassen ist, darf dort Angebote einstellen. Alle anderen werden bei dem Versuch abgewiesen


Wer darf in der Kategorie "Medikamente von Apothekern" anbieten?
Ausschließlich Apotheker, die im Versandapothekenregister des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information erfasst sind, dürfen Medikamente bei eBay verkaufen. Sie müssen zudem das Anmeldeverfahren für Apotheker bei eBay durchlaufen.

Der Apotheker ist bei eBay.de angemeldet und hat seinen Firmensitz in Deutschland.

Hinweis: Medikamente dürfen nur in der Kategorie "Medikamente von Apothekern" angeboten werden.


Interessant was manche Verkäufer unter Ihr Angebot schreiben:

http://www.ebay.de/itm/Best-Natural-str ... 716wt_1185

NOTE TO EBAY - THIS LISTING IS FOR A 100% HERBAL PRODUCT THAT DOES NOT REQUIRE A PRESCRIPTION. THIS LISTING DOES NOT BREACH EBAY RULES & POLICIES FOR DRUGS & PARAPHERNALIA (THIS HAS BEEN CONFIRMED BY EBAY CUSTOMER SERVICE). PLEASE DO NOT REMOVE THIS LISTING. THANK YOU.

Ich denke Ebay selbst wird es egal sein, solang Sie hierfür nicht haftbar gemacht werden können. Das haben die Burschen sicher auch schon längst überprüft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen diese Thematik völlig fremd ist! Man darf auch nicht vergessen, dass Ebay hier gut mit verdient!
NeverMind hat geschrieben:
DerlebendeTod hat geschrieben:Kategorie mit hohen Sicherheitsanforderungen:
Da die Abgabe nicht verschreibungspflichtiger Medikamente vom Gesetzgeber eingeschränkt ist und nur über Apotheken erfolgen darf, unterliegt die Unterkategorie "Medikamente von Apothekern" bei eBay speziellen Sicherheitsanforderungen, die streng überwacht werden. Nur wer von eBay zum Handel in dieser Kategorie zugelassen ist, darf dort Angebote einstellen. Alle anderen werden bei dem Versuch abgewiesen
Ich denke Ebay selbst wird es egal sein, solang Sie hierfür nicht haftbar gemacht werden können. Das haben die Burschen sicher auch schon längst überprüft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen diese Thematik völlig fremd ist! Man darf auch nicht vergessen, dass Ebay hier gut mit verdient!
Offensichtlich verstößt Ebay gegen die eigenen Regeln zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und bietet (wissentlich??) eine Plattform für kriminelle Aktivitäten. Ich würde gerne eine entsprechende Meldung machen, um zu sehen, ob und wie schnell Ebay seiner Verpflichtung nachkommt, solche Angebote nach Hinweisen zu entfernen. Allerdings bin ich kein Denunziant und möchte auch keinesfalls die "Pharmafia" unterstützen.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/verbot ... 39070.html
Eine generelle Pflicht, Verkäufe derartiger Mittel zu unterbinden, gibt es für die Verkaufsplattformen nicht. Amazon, eBay & Co. erklären sich jedoch bereit, bei entsprechenden Hinweisen zu reagieren und Angebote von ihren Plattformen zu entfernen. Da Verkaufsbedingungen das Anbieten illegaler Waren in der Regel verbieten, sind zudem Mitarbeiter mit der Kontrolle beschäftigt.

Flocki hat geschrieben:
NeverMind hat geschrieben:Offensichtlich verstößt Ebay gegen die eigenen Regeln zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und bietet (wissentlich??) eine Plattform für kriminelle Aktivitäten.
Nein, das tun sie gerade nicht! Was den Verkauf von rezeptfreien aber apothekenpflichtigen Medikamenten angeht, hält sich Ebay strikt an die gesetzlichen Vorschriften. Die dort vertickten Helferlein werden ja auch gerade _nicht_ als Arzneimittel angeboten, sondern als Nahrungsergänzungsmittel auf pflanzlicher Basis.
NeverMind hat geschrieben:
Eine generelle Pflicht, Verkäufe derartiger Mittel zu unterbinden, gibt es für die Verkaufsplattformen nicht. Amazon, eBay & Co. erklären sich jedoch bereit, bei entsprechenden Hinweisen zu reagieren und Angebote von ihren Plattformen zu entfernen.
Das entspricht ziemlich exakt dem von mir zuvor erläuterten Sachverhalt.
Wenn Männer Wert auf Weiber legen,
tun Sie's meist der Laiber wegen.

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