Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

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ton
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Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von ton » Sonntag 9. September 2018, 22:42

Hallo,
ich habe starken Grund zur Annahme, dass Silden und Tada bei mir Migräne triggern können. Es geht mir hier nicht um Kopfschmerzen, die zu den üblichen Nebenwirkungen zählen, sondern explizit um das Auslösen einer Migräneattacke. Zur Vorgeschichte: Bisher - vor der ersten Einnahe von PDE5-Hemmern - hatte ich ca. einmal im Jahr Migräne, mit Flimmeraura vor den eigentlichen Kopfschmerzen mit Übelkeit. Ich habe mir jetzt Silden, Tada und Varden bestellt und bin sozusagen in der Testphase. Ich teste PDE5-Hemmer, weil meine Erektionen sich seit einiger Zeit schlechter einstellen und nicht mehr so hart sind. Gerade die Wirkung von Tada finde ich sehr gut (ich nehme i.d.R. 10mg am Wochenende).

An einem Freitag nahm ich 10mg Tada, am Dienstag drauf 100mg Silden. Am darauffolgenden Donnerstagmorgen hatte ich untypischerweise direkt nach dem Aufstehen einen ganz leichten Migräneanfall ohne Flimmeraura, d.h. mit nur minimalen Sehstörungen. Zwei Wochen später nahm ich wieder 10mg Tada am Freitagabend, und die Woche darauf weitere 10mg Tada am Dienstagabend. Am MIttwochabend habe ich zudem 0,8 l Bier getrunken (viel Alkohol ist auch ein Trigger). Am Donnerstag Morgen hatte ich wieder direkt nach dem Aufstehen eine heftigere Migräneattacke mit Flimmeraura (die ich übrigens mit Naratriptan und ASS behandelt habe).

Ich habe mir daraufhin so meine Gedanken gemacht - zwei Migräneattacken innerhalb von zwei Wochen sind bei mir bisher noch nicht vorgekommen. Der zeitliche Abstand zwischen der letzten Einnahme und der Attacke spricht eher für PDE5-Hemmer als Trigger, weil m.E. eine Migräne eine Zeit braucht, um sich aufzubauen. In der Regel habe ich Attacken nach Streßphasen am Wochenende, wenn ich mich wieder ausruhe.

Ich habe etwas Recherche betrieben. Hier im Forum wurde das Thema Migräne bisher nur am Rande behandelt. Es gibt aber hier: https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedic ... igrane.pdf einen interessanten Artikel, der den Zusammenhang durch Studien belegt sieht. Demnach kann Silden bei 75% der Migränepatienten eine Attacke auslösen. Weitere Suchergebnisse sind englischsprachige Studien mit dem gleichen Ergebnis (z.B. für Silden hier https://academic.oup.com/brain/article/126/1/241/299342 und für Tada hier: http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10. ... 06.01188.x ). Den Zusammenhang halte ich deshalb bei mir für gegeben, und zwar zumindest für Silden und Tada.

Ich habe dies zusammengeschrieben, falls sich andere Forenteilnehmer ebenfalls mit Migräne plagen. Über Rückmeldungen an dieser Stelle würde ich mich freuen. Für mich selbst muss ich herausfinden, ob ich PDE5-Hemmer ggf. in geringeren Dosen oder seltener nehmen kann, ohne Migräneanfälle zu provozieren.

Grüße
t.

walker
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Re: Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von walker » Montag 10. September 2018, 00:03

Versuch mal zeitgleich mit PDE5-Hemmern in moderaten Mengen Kaffee zu trinken; ebenfalls in der Phase in der sich deine Migräne aufbaut.

...auf Gefäße im Gehirn wirkt Coffein verengend was der Migräne entgegensteuern könnte.

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Re: Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von Alfredi » Montag 10. September 2018, 07:10

Migräne tritt oft in Entspannungsphasen nach Stress auf, evtl. lösen die Tabs bei dir auch eine gewisse Entspannung aus, sei es psychisch auf das kommende Ereignis oder auch physisch durch die Wirkstoffe.
Wie belastet ist dein Alltag?
viele Männer halten Monogamie für eine exotische Holzart.
Platz ist in der kleinsten Möse
Ü 60, altersbedingte ED...

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ton
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Re: Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von ton » Dienstag 11. September 2018, 18:12

Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten. Auf Coffein verzichte ich testweise seit einem Jahr weitestgehend (nur ent-coffeinierte Produkte), weil ich glaube, dass ich dadurch besser schlafe. Einmal vor zig Jahren wurde meine Migräne nach Kaffee auch wieder schlimmer.

Zum Thema Belastung im Alltag: Das ist ein Problem, vor allem durch die Arbeit. Streß ist sicher ein großer Faktor bei der Migräneenstehung, die Rolle von PDE5-Hemmern als Entspannungsfaktor könnte eine Rolle spielen. Der Streß ist schwer in den Griff zu kriegen. Deswegen überlege ich eher, wie ich die PDE5-Hemmer reduzieren kann auf akzeptable Wirkung bei minimalen Nebenwirkungern ( d.h. keine Migräneauslösung ).

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Re: Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von Dieter666 » Dienstag 11. September 2018, 18:49

Etwas OT - aber vielleicht hilfreich?
Eine Freundin von uns hat auch sporadisch Migräne-Anfälle (vielleicht ehr wegen zu wenig Sex) und es gibt da ein Medikament:
Naratriptan aka Formigran, rezeptfrei erhältlich - aber nicht ganz billig.
Altersbedingte (75 Jahre jung!) ED - mit 100 - 150 mg Silden noch gut im Griff - sagt meine Lebenspartnerin (auch schon ü70) :D

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Re: Nebenwirkungen - PDE5-Hemmer als Migränetrigger

Beitrag von ton » Dienstag 11. September 2018, 22:32

Hallo Dieter,
wie ich schon schrieb, habe ich die zweite Migräneattacke mit Naratriptan behandelt. Das ist ein Akutmedikament, welches man nicht vorbeugend nehmen darf - es behandelt nur die Symptome. Trotzdem sind die Triptane zur Behandlung wirklich die erste Wahl, weil es einem schnell besser geht.

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